Konzertantes zwischen flinken Piraten und E.T.
Viertes Konzert des Jungen Sinfonieorchesters "Sym4U" beeindruckt mit herrlicher Vielfalt. Dirigent Günter Mänz und Moderatorin Monika Köhn pflegen intergalaktische Verbindungen. Klassik in moderner Aufmachung.
Baesweiler. Eine Schönheit aus dem Reich der Elben (Sonja Offergeld) und ein vornehmer Seelord (Monika Köhn) begrüßten rund 300 Besucher des vierten Konzertevents von "Sym4U", dem Jungen Sinfonieorchester Baesweiler, bereits am Eingang der Gymnasiumaula. Dass sie sich auf eine ganz besondere Reise begeben würden, war den Zuhörern sehr bald klar.
"E.T.", der berühmte kleine Außerirdische aus dem gleichnamigen Film, sorgte für gehörigen Wirbel und mischte sich ein - per Telefon oder gar SMS. Dabei kam es zu witzigen Wortverdrehungen und Verwechslungen - sehr zur Gaudi des Publikums und zum gespielten Frust des Dirigenten Günter Mänz sowie Moderatorin Monika Köhn. Denn die mussten viel Überzeugungsarbeit leisten, um den kleinen außerirdischen Wirbelwind zur Ruhe zu bringen.
Beeindruckend war nicht nur das Programm, ein Mix aus Fantasy, Filmmusik und Klassik, sondern vor allem die atemberaubenden Lichteffekte und die hervorragenden Soli von Pianist Marcel Grein sowie den Sopranistinnen Sabine Bales und Claudia Vieten. Letztere spielt darüber hinaus im Orchester das Fagott.
Die beiden Sängerinnen präsentierten unter Begleitung des Orchesters das Abendgebet aus Humperdincks Hänsel und Gretel. Herrlich virtuos auch das Solo der Violinistin Friederike Franzen beim Totentanz von Saint-Saens. Auf die Filmmusik aus "E.T." von John Williams folgte die Nussknacker-Suite von Tschaikowsky.
Das Stampfen der Dinosaurier
Anschließend entführten Günter Mänz und seine Musiker das Publikum in den "Jurassic Park". Das Beben der Erde unter dem Stampfen der Dino-Kolosse war scheinbar zu spüren. Eine Glanzleistung des Orchesters, das bereits bei seinen drei vorigen Konzerten auch anspruchsvolles Publikum in der Region überzeugt hatte. Mit dem Servieren von "Zauberstab im Brötchen" wurde in die Pause verabschiedet.
Applaus hallte lange nach
Gespenstisch anmutend wirkte der Totentanz von Camille Saint-Saens. Dem Tod folgte der Gnom aus "Bilder einer Ausstellung" von Modest Mussorgski. Besondere Glanzlichter gab es noch einmal zum Konzertende mit der Suite aus "Herr der Ringe" und einem Medley aus "Fluch der Karibik".
Nach den Hobbits, Elben und Zwergen eroberten "Piraten" die Bühne und schwenkten ihre Flagge. Ihre Beute, die diesmal nur aus Instrumenten bestand, probierten sie gleich aus - und wurden mit rauschendem Beifall bedacht. Eine knappe halbe Stunde, denn mit weniger Zugabezeit wollte das begeisterte Publikum die engagierten Musiker und deren Dirigenten nicht entlassen. Und der Applaus hallte noch nach, als die Musiker schon ihre Noten eingepackt hatten.
